Musterfragen aus dem Fach Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin

Die Facharzt-Prüfung findet in Form einer Strukturierten Mündlichen Prüfung (SMP)  statt. Hier finden Sie einige Musterfragen dazu, die vom Prüfungsausschuss zur Verfügung gestellt wurden.  
Anhand dieser Musterfragen (Stand 04.2014) können Sie sich mit der Prüfungsmethodik vertraut machen.

Fallvignette 1

Schlüsselproblem: Fraglich alkoholabhängiger Patient - Erstkontakt

Schlüsselkompetenz: Diagnostik, Beratung und gemeinsame Therapieplanung bei alkoholabhängigem Patienten, Berücksichtigung der Komorbidität

Fallbeschreibung:

Herr E., 49 Jahre alt, kommt in Begleitung der älteren Tochter und der Gattin in die Ordination. Es ist sofort offenkundig, dass nicht Hr. E., sondern primär seine Angehörigen Interesse an eine Beratung bzw. Behandlung haben. Die Gattin ergreift auch die Initiative und berichtet über die Alkoholprobleme von Hrn. E., welcher scheu, unsicher, voll Scham wirkt.
Die Gattin sagt, dass die Alkoholprobleme in den beiden letzten Jahren massiv zugenommen haben. Ihr Mann, an sich schon immer eher wortkarg und eigenbrötlerisch, habe sich noch mehr zurückgezogen, das Interesse an vielen Dingen, die ihn früher interessiert haben, verloren.
Immer öfter sei er aufgrund von Berauschung nicht mehr arbeitsfähig. Hr. E. trinke versteckt. Im Gegensatz zu früher könne er sich auch bei gemeinsamen Gasthausbesuchen nicht mehr zurückhalten. Schon vor 2 Jahren seien die Leberwerte stark erhöht gewesen, seither meide Hr. E. jeden Kontakt mit dem Hausarzt. Auch früher sei es mit ihm nicht einfach gewesen, er war immer schon ein Pessimist, der fast in jedem Zusammenhang Schwarzmalerei betrieben habe, er sei wenig selbstbewusst gewesen, habe sich, wenn sie es sich so recht überlege, auch vor der Entwicklung seines Alkoholproblems für wenig interessiert, kaum etwas habe ihm Freude gemacht.
Hr. E. berichtet von finanziellen Sorgen. Seine Stimmung sei nicht die beste, manchmal sei er über Wochen richtiggehend depressiv, müde, ohne Energie. Mit dem Schlaf sei es phasenweise auch sehr problematisch. Auf Nachfrage bejaht der Patient auch Schuldgefühle, Inappetenz und einen Libidoverlust.
Bei genauerem Fragen zum Alkoholkonsum gibt er an, viel mehr als früher zu vertragen. Er verliere aber häufig die Kontrolle über die Trinkmenge.

Frage 1

Wie lautet  die Diagnose bei diesem Patienten?  Begründen Sie dies unter Bezugnahme auf ICD-10.
Ihre Antwort:

Frage 2

Nennen Sie mindestens 3 Laborparameter, die die Diagnose untermauern.

Ihre Antwort:

Frage 3

Nennen Sie 5 psychiatrische, 4 neurologische und mind. 4 somatische Komplikationen bzw. Folgeschäden der Alkoholabhängigkeit.
Ihre Antwort:

Frage 4

Nennen Sie eine mögliche psychiatrische Zusatzdiagnose.
Ihre Antwort:

Fallvignette 2

Schlüsselproblem: Patient mit Tachykardieanfällen mit Angstsymptomatik

Schlüsselkompetenz: Differentialdiagnose Angststörungen - Somatoforme Störungen

Fallbeschreibung:

33-jähriger Lehrer, Lebensgemeinschaft, keine Kinder. Seit der Geburt Tachykardieanfälle bei bekannter Reizleitungsstörung des Herzens (WPW-Syndrom), im 31. Lebensjahr Operation (Ablation des Hiß'schen Bündels), OP-Verlauf komplikationsfrei, postoperativ Beschwerdefreiheit. Im Zuge einer privaten Konfliktsituation - die Lebensgefährtin hielt sich berufsbedingt für einige Monate im Ausland auf, der Patient hat inzwischen eine Beziehung zu einer anderen Frau begonnen - kam es im letzten Jahr erneut zum Auftreten von Tachykardieanfällen unklarer Ätiologie, diesmal verbunden mit Palpitationen, Druckgefühl in der Herzgegend, Hyperventilation, Atemnot, Schwitzen, Schwindel, Nervosität und Todesangst. Neurologisch und intern-kardiologisch unauffälliger Befund. Die anfallsartigen körperlichen Beschwerden in Verbindung mit panischer Angst treten mehrmals wöchentlich abrupt auf, erreichen innerhalb weniger Minuten ein Maximum und dauern in der Regel 20 bis 40 Minuten. Die Anfälle ereignen sich in bestimmten Situationen wie z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei Elternabenden, im Theater. In der Folge hat der Patient ein zunehmendes Vermeidungsverhalten entwickelt. Er meidet Menschenansammlungen, körperliche Betätigung, größere Entfernungen vom Wohnort und das Aufsuchen einsamer Gegenden (Wandern im Wald, im Gebirge); Der Patient bezweifelt die Versicherung mehrerer Ärzte, dass keine ausreichende organische Ursache für die körperlichen Beschwerden vorliegt. Er ist überzeugt davon, neuerlich an einer Herzkrankheit zu leiden, und hat in den letzten 6 Monaten zahlreiche Herzspezialisten aufgesucht.

 

 

Frage 1

Nennen Sie eine Hauptdiagnose nach ICD-10 und eine Differentialdiagnose.
Ihre Antwort:

Frage 2

Nennen Sie mindestens 3 Kriterien für die Diagnose „ Agoraphobie“ bei diesem Patienten
Ihre Antwort:

Frage 3

Nennen Sie mindestens zwei mögliche Therapiemaßnahmen.
Ihre Antwort:

Frage 4

Nennen Sie drei nicht-medikamentöse Strategien.
Ihre Antwort:

Fallvignette 3

Schlüsselproblem: Therapiestrategien zur Raucherentwöhnung

Schlüsselkompetenz: Diagnostik der Nikotinabhängigkeit mit darauf begründeten Therapieempfehlungen

Fallbeschreibung:

Herr H.K., 38 Jahre, Immobilienmakler, geschieden, beruflich sehr engagiert.
Pat. hat mit 15 Jahren regelmäßig zu rauchen begonnen. Anfänglich blieb der Konsum über Jahre auf etwa 20 Stück Filterzigaretten/Tag konstant. Seit Beginn seiner Selbständigkeit steigerte sich jedoch sein Konsum allmählich und liegt mittlerweile bei etwa 60 Stk./Tag. Das Verlangen sei besonders groß in der Früh und in Situationen, die ihn vor allem beruflich belasten. Dabei befindet er sich fast ständig in Zeitdruck, kommt kaum zum Essen sondern kompensiert dies mit Rauchen und Kaffeekonsum.  Längere Zeit nicht rauchen zu können – wie etwa bei Langstreckenflügen, die er hasst und so gut es geht vermeidet - löst bei ihm Entzugssymptome wie starkes Verlangen, Konzentrationsschwierigkeiten und Reizbarkeit aus. Seit mehr als fünf Jahren gibt es immer wieder Anläufe, abstinent zu werden, aber mehr als drei Tage hat der Pat. noch nie durchgehalten. Aufgrund der zunehmenden Atemnot, die ihn auch bei seiner beruflichen Tätigkeit zu schaffen macht, und der Diagnose COPD hat sich der Pat. entschlossen, sich einer Rauchertherapie zu unterziehen, mit dem ernsthaften Wunsch, dauerhafte Abstinenz zu erzielen.

 

Frage 1

Nennen Sie mindestens 4 Kriterien für Nikotinabhängigkeit.
Ihre Antwort:

Frage 2

Nennen Sie zwei psychologische Hauptaspekte, die im Zusammenhang mit dem Rauchen bei diesem Patienten von Bedeutung sind.
Ihre Antwort:

Frage 3

Nennen Sie wenigstens sechs medikamentöse Unterstützungen in der Raucherentwöhnungstherapie und eventuelle Kontraindikationen.
Ihre Antwort:

Frage 4

Nennen Sie psychotherapeutische Strategien, die sich in der Raucherentwöhnung bewährt haben und zwei primäre Bereiche, auf die sich eine psychotherapeutische Unterstützung zuerst konzentrieren sollte.
Ihre Antwort:

Fallvignette 4

Schlüsselproblem: Zunehmende Vergesslichkeit, Orientierungsstörung, zeitweise psychotische Symptomatik

Schlüsselkompetenz: Diagnostik und Therapie bei Demenz

 

Fallbeschreibung:

Frau E.V., 87 Jahre kommt in Begleitung des Ehemanns in die Ambulanz. Der Ehemann beobachtet seit 3 Jahren eine allmählich zunehmende Vergesslichkeit, die schleichend begonnen habe und nunmehr schon sehr deutlich sei. Der geistige Zustand seiner Frau sei sehr stark wechselnd – besonders häufig kämen dramatische Verschlechterungen in den späten Nachmittagsstunden vor. Dabei und auch nachts traten in den letzten Monaten häufig auch optische Halluzinationen (fremde Menschen, die verstorbene Mutter, ...) und Wahnbildungen ohne Selbst- oder Fremdgefährdung auf.
Im psychopathologischen Status ist die wache Patientin zeitlich desorientiert. Es fällt bei durchschnittlicher Konzentration die informationsarme Sprache auf,  die Stimmung ist subdepressiv, allgemeine Ängstlichkeit bei Sorgen um die eigene Zukunft, die Befindlichkeit unauffällig, der Antrieb nicht auffällig, die Psychomotorik durchschnittlich; keine Schlafstörungen, keine vegetativen Symptome, keine produktiven Symptome, keine Schuldgefühle.
Im neurologischen Status fällt ein kleinschrittiger Gang und ein diskret erhöhter Rigor im rechten Ellbogengelenk und Handgelenk (mit positivem Zahnradphänomen) auf. Pyramidenzeichen oder irgend andere Halbseitenzeichen fehlen.
An Befunden liegt ein CCT vor (kein Herdbefund, mäßige Atrophiezeichen, Microangiopathie) und ein Carotis-Ultraschall der links eine 50% ACI Stenose und rechts unauffällige Verhältnisse zeigt. Blutbefunde fehlen.
An Medikamenten wird täglich eingenommen: Marcoumar, Lasix ret, Aldactone, Sermion, Sortis, Lanitop.

Frage 1

Nennen Sie 2 Verdachtsdiagnosen und begründen Sie diese.
Ihre Antwort:

Frage 2

Nennen Sie 4 Bereiche des diagnostischen Vorgehens bei dieser Patientin und aus diesen Diagnosebereichen insgesamt 6 spezielle Untersuchungen, die zur weiteren Abklärung und Therapieplanung vorgenommen werden sollten.
Ihre Antwort:

Frage 3

Nennen Sie zwei Substanzgruppen zur medikamentösen Behandlung einer Lewy-Körperchen Demenz.
Ihre Antwort:

Frage 4

Nennen Sie mindestens 2 soziotherapeutische Maßnahmen, die angesprochen bzw. eingeleitet werden müssen.
Ihre Antwort:

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