ÖÄK Prüfung Arzt für Allgemeinmedizin

Fragenbeantwortung / Die Prüfung im Detail

Ausfüllen des Prüfungsbogens

  • Bei den Fallvignetten handelt es sich nahezu ausschließlich um echte Patientenfälle aus österreichischen Allgemeinmediziner-Praxen. Der durchschnittliche Zeitaufwand pro Patient von ca. 8-10 Minuten ist praxisgerecht pro Fallbeispiel für die Prüfung kalkuliert worden.
  • Lesen zu zuerst die gesamte Fallvignette und die zugehörigen Fragen sorgfältig durch, ehe Sie mit der Beantwortung beginnen. Beachten Sie, dass manche Fälle auf der Folgeseite fortgesetzt werden.
  • Verwenden Sie ausschließlich die von der Akademie zur Verfügung gestellten Arbeitsbehelfe (Prüfungsunterlage, Schreibgerät).
  • Schreiben Sie Ihre Antworten GUT LESERLICH und ausschließlich im vorgesehenen Feld NUT AUF DIE VORGEDRUCKTEN ZEILEN. Antworten, die unleserlich oder außerhalb der vorgesehenen Felder geschrieben sind, können nicht gewertet werden.
  • Zuweilen kann es hilfreich sein, wesentliche Informationen in der Fallvignette bzw. in den Fragen zu unterstreichen.
  • Antworten Sie jeweils mit einzelnen Worten (stichwortartig).
  • Bitte falten oder knittern Sie die Prüfungsbögen nicht, da sie von einem Scanner eingelesen werden.
  • Kontrollieren Sie bitte vor der Abgabe Ihrer Prüfungsunterlage, ob alle Fallbeispiele vollzählig in der Mappe sind und Sie jeden Fall bis zum Schluß bearbeitet haben. Nachträgliche Reklamationen können nicht berücksichtigt werden.

Hilfsmittel

  • Sie erhalten von der Prüfungsaufsicht vor Ort alle für die Prüfung notwendigen Arbeitsbehelfe (Prüfungsunterlage, Schreibgerät).
  • Sie können Notizen auf den unbedruckten Rückseiten der Prüfungsunterlagen machen - diese werden nicht bewertet. Anderes Notizpapier ist nicht erlaubt.
  • Um unzulässige Aufzeichnungen zu unerbinden, dürfen während der Prüfung keinerlei persönliche Arbeitsbehelfe (Schreibgeräte, Textmarker, Aufzeichnungsgeräte, Mobiltelefone, etc.) verwendet werden. Im Anlassfall können Handys etc. für die Dauer der Prüfung von der Aufsichtskraft eingefordert werden.

Antwortschlüssel

Im Antwortschlüssel sind jene Antworten enthalten, die von einem Expertengremium in einem mehrstufigen Approbationsprozess auf Basis der allgemeinmedizinischen Wissenschaft (evidenzbasiert) und praktischen Erfahrungswerten (praxiskonform) als ANTWORTEN ERSTER WAHL beschlossen wurden.

Der Antwortschlüssel ist keine Kurz-/Zusammenfassung fachliterarischer Nachschlagewerke, sondern spiegelt die praxisorientierte Vorgehensweise in der Grundversorgung durch den Arzt für Allgemeinmedizin wider. So muss z.B. bei Diagnosestellung/-absicherung (unter Berücksichtigung abwendbar gefährlicher Verläufe) vorrangig die für die jeweilige Fallvignette wahrscheinlichste Diagnose bedacht werden. Das bedeutet nicht, dass andere Antworten falsch sind - sie werden aufgrund der für die jeweilige Problematik geringeren Relevanz in der Grundversorgung der Patienten nicht bewertet.

Es können daher ausschließlich für diese im Antwortschlüssel enthaltenen Antworten Punkte erzielt werden. "Wortgleichheit" ist nicht erforderlich, auch entsprechende Synonyme werden ggf. anerkannt. Für Antworten, die nicht im Antwortschlüssel enthalten oder falsch sind, gibt es keine Punkteabzüge.

Zulässige Anzahl von Antworten

Nach jeder Frage ist in Klammer die bei dieser Frage erreichbare Punktzahl = die Anzahl der im Antwortschlüssel zu dieser Frage enthaltenen Antworten angegeben. Diese Zahl dient als Hinweis, wie viele Punkte maximal bei der jeweiligen Frage zu erzielen sind.

Sie können - außer bei Fragen mit Antwortbeschränkung - auch mehr Antworten angeben, als maximal lt. Antwortschlüssel erzielbar sind, hierfür sind auch zusätzliche Antwortzeilen verfügbar. Beschränken Sie sich aber bei der Beantwortung - wie in der Grundversorgung durch den Arzt für Allgemeinmedizin üblich - auf die für diese Fallvignette jeweils wichtigsten, relevantesten und wahrscheinlichsten Antworten. Bedenken Sie, dass es unüblich/nicht praktikabel ist, in der Primärversorgung als ersten Schritt sämtliche Differentialdiagnosen zu bedenken bzw. diese im Erstkontaktt durch Untersuchungen zu bestätigen bzw. auszuschließen.

Antwortbeschränkung

Bei jenen Fragen, wo ausdrücklich nur eine bestimmte Anzahl von Antworten "zulässig" ist (z.B. "nur 1 Antwort zulässig", "nur 2 Antworten zulässig") wird bei darüber hinaus gehenden Antworten die gesamte Frage als "falsch" gewertet, auch wenn die richtige Antwort dabei ist. Weniger Antworten als die Beschränkung vorgibt werden gewertet.

Widersprüchliche / gravierend falsche Antworten

Bei Antworten, die in sich widersprüchlich bzw. nicht in sich konsistent oder gravierend falsch sind, können auch die eventuell darin enthaltenen richtigen Antwortelemente nicht gewertet werden, z.B.
- Hypo- UND Hyperthyreose in einer Antwort
- gravierend falsche Diagnose und daran anschließende Untersuchungen/Medikation zufällig richtig

Beantwortung der Fragen 

  • Versetzen Sie sich beim Beanworten der einzelnen Fallbeispiele in die Lage eines Arztes für Allgemeinmedizin in seiner Ordination, während eines Hausbesuches, bei einem Notfall oder in einer anderen relevanten Situation. Gehen Sie beim Beantworten der Fragen von der Annahme aus, dass Sie
    • eigen- und alleinverantwortlich handeln müssen,
    • sich dabei auf das Wesentliche beschränken und
    • Prioritäten setzen müssen.
    Das praxisorientierte Handeln steht im Vordergrund, nicht spezielles, enzyklopädisches Fachwissen.
  • Ist in der Fallvignette ein von Ihnen durchgeführter Hausbesuch beschrieben, berücksichtigen Sie die Ihnen in dieser Situation zur Verfügung stehenden Mittel für Diagnostik und Behandlung.
  • Berücksichtigen Sie bei der Beantwortung der Fragen die notwendige, von der Situation im Krankenhaus oder der Spitalsambulanz unterschiedliche Handlungsweise des Allgemeinmediziners in der Primärversorgung, z.B.
    • Ganzkörperstatus: geben Sie die entsprechenden Untersuchungsschritte an, reduzieren Sie auf den/die für den Fall notwendigen Untersuchungen
    • HNO-Status / Neurostatus: geben Sie die entsprechenden Untersuchungsschritte an,
    • Labor: beschränken Sie Ihre Antworten auf den/die im jeweiligen Fall aktuell notwendigen Parameter
  • Halten Sie jedenfalls Ihnen völlig selbstverständlich erscheinende, so genannte "banale" Aussagen / einfache Handlungsschritte / Handlungsanleitungen für die Patienten fest.
  • Nur klare Antworten werden gewertet, vermeiden Sie Formulierungen wie "eventuell", "gegebenenfalls"
  • benutzen Sie die medizinische Fachsprache bzw. allgemein verwendete Abkürzungen. Hausinterne Abkürzungen, die nicht allgemein üblich sind, können nicht gewertet werden (z.B. NINS)
  • Wenn Erklärungen oder Informationen für Patienten, Angehörige etc. gefragt sind, benutzen Sie allgemeinverständliche Formulierungen.
  • Zögern Sie nicht, die Dringlichkeit von Behandlungen, Untersuchungen, Kontrollen, etc. im fiktiven Gespräch mit den Patienten/Angehörigen zum Ausdruck zu bringen.
  • Wenn nicht ausdrücklich anders angegeben, beziehen sich alle Fragen auf die Bearbeitung des konkreten Falles (nicht auf theoretisches Wissen). 
  • Die Fragen sind so präzise wie möglich formuliert und weisen oftmals auf die geforderten Antworten hin. Unterscheiden Sie bei der Beantwortung bewusst, gemäß der Fragestellung, beispielsweise
    • Welche Untersuchungen führen Sie durch? : Auf welche Zeichnen achten Sie bei der Untersuchung?
    • Welche Therapie ziehen Sie in Betracht? : Erklären Sie dem Patienten Gründe und Nutzen der Therapie.
    • klinisch-physikalische Untersuchung : apparative Untersuchung
  • Mit einer Antwort kann nur 1 Punkt erzielt werden. Bei Nennung von Überbegriffen wird bei detailliereten Angaqben im Antwortschlüssel maximal ein Punkt zuerkannt.
  • Wenn Sie eine Zuweisung ausstellen, legen Sie genau fest, was/wie untersucht werden soll, z.B.
    • Zuweisung Röntgen LWS
    • Zuweisung CT Schädel
    • Zuweisung Elektroneurographie untere Extremität
  • Bei Angabe von Medikamenten können Sie entweder Handelsnamen, Freinamen oder Substanzklassen nennen.
  • Bei Fragen nach Untersuchungen wird unterschieden nach
    • klinisch-physikalischen Untersuchungen: diese umfassen die 5-Sinne-Diagnostik inkl. Zuhilfenahme von Stethoskop, Blutdruckmessgerät und sämtlicher Hilfsmittel wie Reflexhammer, Nadeln, Fieberthermometer, etc.
    • apparative/technische Untersuchungen: diese umfassen EKG, Röntgen, CT, MRT, Spirometrie, Ultraschall, Biopsie, etc.
    • Laboruntersuchungen: Blut (z.B. Schilddrüsenwerte, Entzündungsparameter, INR-Bestimmung), Sputum, Harn, Stuhl
      Bitte beachten Sie: neben Untersuchungen von Blut und Serum zählen auch Untersuchungen wie Haemoccult, Sputum, Harn Stuhl auf pathogene Keime zu den Laboruntersuchungen
    • Laborparameter: hier wird nach den einzelnen Parametern gefragt (wie z.B. TSG, CRP/BSG, Leukozyten)
  • Geben Sie Ihre Antworten möglichst präzise an. Unterscheiden Sie bewusst zwischen z.B.
    • Bettruhe : Ruhigstellung : körperliche Schonung : Kontaktvermeidung mit anderen (Kindern)
    • Transport ins Krankenhaus : ärztlich begleiteter Transport ins Krankenhaus
    • Wärmeintolerant : Schwitzen
    • Temperatur messen : Temperatur vergleichend messen
    • Pupillenreaktion : Pupillendifferenz : Inspektion der Augen
    • Reflexdifferenz : Reflexe
    • Blässe : Durchblutung
    • Sehverschlechterung : Gesichtsfeldausfälle / Skotome
    • Puls : Kontrolle von Kreislauf
    • Proktoskopie / Rektoskopie : Koloskopie
    • Binge Eating : falsche Ernährung
    • Gewichtsabnahme : Verweigern von Nahrung
    • Stillfrequenz : trinkt das Kind ausreichend
    • Hauttest / Pricktest : Allergieaustestung
    • Tragen höherer Absätze : Tragen flacher Absätze : (gutes) Schuhwerk
    • Tieflagerung des Beines : Hochlagerung des Beines : Lagerung des Beines
    • Physikalische Therapie : Physiotherapie : Kälteanwendungen / Kryotherapie
    • Entspannungstraining : Selbsthilfegruppen
    • ad Psychiater : Psychologische Beratung
    • Inspektion : Palpation : Auskultation
    • Tremor : Unruhe : nervöse Gereiztheit
    • zeitlicher Verlauf : aktuelle Symptomatik : Beginn der Symptomatik
    • Beurteilung der Zungenfeuchtigkeit : Inspektion Mund, Rachen
    • Elektrolytlösung / Normolyt / Rossi-Lösung : Flüssigkeit
    • Hormoneinnahme : Medikamenteneinnahme
    • perniciöse Anämie : makrozytäre Anämie : Anämie
    • Atemstillstand : Atemprobleme : Atemnot
    • cervicogener Schwindel : orthostatisch bedingter Schwindel
    • Hautblässe : Hautrötung : Hautveränderung
    • Alkohol : wieviel trinken sie?
    • Chronifizierung : Zunahme der Beschwerden : anhaltende Beschwerden
    • Beckenvenenthrombose / Beckenbeinvenenthrombose : Thrombose
    • Selbstmedikation : Medikamentenanamnese
    • Urteilsfähigkeit : Einsichtsfähigkeit : Mündigkeit : Zurechnungsfähigkeit
    • Vorsoegebevollmächtigter : Person mit Vormundschaft
    • Ösophagus-SH-Reflexauslöung / schnelles Trinken kalter Getränke : viel trinken
    • Subduralhämatom : erhöhter Hirndruck
    • Divertikelruptur : Divertikelblutung
    • Konjunktivitis epidemica / virale Konjunktivitis : Konjunktivitis allergica : bakterielle Konjunktivitis
    • Hypothyreose : Hyperthoyreose : Schilddrüsenerkrankung
    • aktivierte Gonarthrose : Gonarthrose : Arthrose
    • AV reentry Tachykardie : Arrhytmie
    • Paroxysmales Vorhofflimmern : Herzrhythmusstörungen
    • Bronchiolitis / Pneumonie : Bronchitis
    • (akuter) arterieller Verschluss : PAVK
    • periphere Facialisparese rechts/links/zentral : Facialisparese

Hilfsmittel

Es dürfen keinerlei persönliche Arbeitsbehelfe (Schreibgeräte, Aufzeichnungsgeräte inkl. Mobiltelefone, Schlüsselbund, Papier) auf dem Schreibtisch liegen und es dürfen keinerlei Arbeitsbehelfe während der Prüfung verwendet werden (Bitte treffen Sie entsprechende Vorkehrungen, um das Verlängern von Kurzparken per Handy zu vermeiden.). Zulässig sind während der Prüfung nur die von der Akademie zur Verfügung gestellten Arbeitsbehelfe (Schreibgeräte, Prüfungsunterlagen). Es ist zulässig, Notizen in die Prüfungsunterlage zu machen (Rückseiten der Prüfungsunterlagen). Anderes Notizpapier ist bei der Prüfung nicht erlaubt.

Der Einsatz von eigenen Arbeitsbehelfen / Notizzettel hat den Entzug dieser Materialien durch die Prüfungsaufsicht zu Folge. Die Klärung des Sachverhaltes und etwaige Rückerstattung der Materialien erfolgt nach der Prüfung (in einem Zeiraum von max. 2 Wochen).

Das Aufzeichnen von Prüfungsfällen ist unzulässig und hat den unmittelbaren Abbruch der Prüfung, den Entzug der Prüfungsunterlage sowie der unerlaubt eingesetzten Materialien zur Folge. Die Aufzeichnung von Prüfungsfragen/-fällen kann zu einer disziplinarrechtlichen Anzeige führen.

Störungen während der Prüfung

Die Kommunikation zwischen den KandidatInnen ist während der Prüfung strengstens untersagt und kann den Prüfungsausschluss zur Folge haben.

Die Prüfungsordnung der Österreichischen Ärztekammer regelt:
Die Prüfer bzw. Aufsichtspersonen haben bei Störung der Arztprüfung in erheblichem Ausmaß, Vorliegen eines Täuschungsversuches und Verwendung unerlaubter Arbeitsbehelfe Meldung zu erstatten, ggf. die Prüfung abzubrechen bzw. die Prüfungsunterlage zu entziehen. (PO § 8 Absatz 4)

Am Ende der Prüfung

Kontrollieren Sie bitte vor der Abgabe Ihrer Prüfungsunterlage, ob alle Fallbeispiele vollzählig in der Mappe sind und Sie jeden Fall bis zum Schluss bearbeitet haben. Nachträgliche Reklamationen können nicht berücksichtigt werden!

 

 

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Bericht 2017

Ärztliche Fort- und
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