Prüfungsinhalte

Prüfung über die bisherige Ausbildung oder für die zukünftige Tätigkeit?

Die Arztprüfung wurde so gestaltet, dass die Prüfung jene Inhalte abdeckt, die für eine Tätigkeit als Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin notwendig sind. Diese Prüfung muss den potentiellen Tätigkeitsbereich abdecken und darf sich nicht auf die vorangegangene Ausbildung beschränken.

Anzahl der Antworten

Beliebig viele Antworten oder "Das Wichtige zuerst"

Ganz bewusst wurde keine Prüfungsmethode mit vorformulierten Antworten gewählt. Den KandidatInnen sollen aktiv gegebene Antworten ermöglicht werden. Die Zahl der Antworten ist nicht begrenzt, die Information über die pro Frage zu erzielenden Punkte ist ein deutlicher Hinweis, in welcher Anzahl etwa Antworten erwartet werden. Der Prüfungsausschuss geht davon aus, dass die wichtigen Aspekte Priorität haben und die Antworten gemäß der erzielbaren Punktzahl darauf beschränkt bleiben. Es gibt ausdrücklich keine Aufforderung "sämtliche Diagnosen aufzuzählen, auch wenn sie einem noch so unwahrscheinlich und unmöglich erscheinen". Da es sich eben um frei zu formulierende Antworten handelt, ist eine strikte Begrenzung - z.B. auf die Anzahl der zu vergebenden Punkte nicht sinnvoll, das würde die KandidatInnen allzu sehr einengen.

Bewertung

Wer bewertet die Prüfung

Die Antworten aller KandidatInnen zu einem Fall werden von einem Examinator korrigiert; bei 25 Fällen sind also 25 Examinatoren tätig. Examinatoren sind ÄrztInnen für Allgemeinmedizin, die für die Korrektur geschult werden und diese unter Aufsicht des Prüfungsausschusses in etwa 1 1/2-tägiger Arbeit im Rahmen einer Klausur in Wien durchführen. Für jede dem Antwortschlüssel entsprechende Antwort vergibt der Examinator einen Punkt; weil bei frei formulierten Antworten natürlich nicht immer wortgetreue Entsprechungen zum Antwortschlüssel vorliegen, muss der Examinator entscheiden, ob ein Synonym anerkannt wird - und muss deshalb ein Fachmann sein.

Verantwortlichkeit Prüfungsinhalte

Wer verantwortet den Inhalt der Prüfung?

Kurze Fallvignetten mit Unterfragen haben sich zur schriftlichen Prüfung praxisbezogenen Anwendungswissens bewährt. Gerade in der Allgemeinmedizin sind Ausgangssituationen mit wenigen, eher unspezifischen Informationen charakteristisch. Die Prüfungsfragen werden basierend auf reale Fälle aus der Praxis in Arbeitskreisen der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin entworfen, von einer aus AllgemeinärztInnen bestehenden Revisionsgruppe redigiert und in einem Fragenpool gesammelt. Aus diesem Fragenpool werden dann entsprechend dem Themenkatalog die Fragen für einen bestimmten Termin durch den Prüfungsausschuss entnommen. Nach der Prüfung werden nicht nur die Ergebnisse der KandidatInnen ermittelt, sondern auch die statistischen Kennwerte der einzelnen Fragen festgestellt und im Prüfungsausschuss besprochen. Sämtliche zur Prüfung eingegangenen Kommentare (sowohl der Examinatoren als auch der KandidatInnen) werden gesammelt und von der Revisionsgruppe durchgesehen. Diese entscheidet, ob die Frage unverändert bleiben kann oder nochmals überarbeitet wird. Für Erstellung, Redaktion, Anwendung und Überarbeitung der Prüfungsfälle sind auf allen Stufen des Prozesses Fachleute aus der Praxis zuständig, deren Arbeit administrativ und methodisch (computergestützte Auswertung) begleitet wird.

Internationaler Vergleich

Die Prüfung im internationalen Vergleich

Für die Bearbeitung eines Prüfungsfalles stehen ca. 9 - 10 Minuten zur Verfügung. Das ist im Vergleich mit den zeitlichen Möglichkeiten in der täglichen Praxis eher lang - trägt aber den Erfordernissen einer Prüfung Rechnung. Die daraus resultierende Arbeitszeit von vier Stunden hat sich bewährt. Die Prüfungsdauer ist für österreichische Verhältnisse lang; im internationalen Vergleich ist dies aber durchaus als moderat zu bezeichnen, wenn man z.B. den Aufwand für die ECFMG-Prüfungen (www.ecfmg.org) damit vergleicht.

Prüfungsergebnis

Bestanden vs. "schlecht" bestanden oder "besser" bestanden

Die Prüfung zum Arzt für Allgemeinmedizin hat eine einzigartige Stellung im Ausbildungsverlauf. Neben den anderen Voraussetzungen (Absolvierung der Ausbildungszeit, Rasterzeugnis) soll mit der Prüfung festgestellt werden, ob die Lizenz zur Berufsausübung erteilt werden kann. In gewisser Weise geht es hier um eine "Endsumme" der Ausbildung, also um die Feststellung "geeignet - nicht geeignet". Daher wurde die Grundsatzentscheidung getroffen, innerhalb des Bereichs "geeignet" nicht weiter zu differenzieren und keinesfalls besser von schlechter Geeigneten zu unterscheiden. Die Aussage bleibt auf "geeignet ist geeignet" beschränkt. Die Möglichkeit der Rückinformation bei negativem Ergebnis ist natürlich gegeben. Es wäre im Verlauf der Ausbildung wünschenswert, dass es viel öfter Rückmeldungen über "Gebiete mit Schwächen und Stärken" geben sollte, als das bisher der Fall ist.

Bestehensgrenze

Die Bestehensgrenze wird je nach Schwierigkeit der Prüfung festgelegt, wobei im Allgemeinen zwischen 55 und 60 Prozent richtig beantwortet werden müssen.

Einsichtnahme in positive Prüfungsergebnisse

Viele KandidatInnen die die Prüfung positiv absolvieren, haben Interesse die Detailbeurteilung ihrer Prüfungsarbeiten zu erfahren. Dieses verständliche Anliegen kann leider aus folgenden Gründen nicht erfüllt werden:

Die Erstellung von guten Prüfungsfragen (= richtiger Schwierigkeitsgrad, Aktualität, ohne missverständliche Formulierungen) ist für alle ExpertInnen sehr aufwendig und kostet viel Geld. Wenn viele Menschen die Prüfungsfragen und die richtigen Antworten dazu kennen, werden sie wertlos. Denn dann erfüllen die Prüfungsfragen das Prüfungsziel nicht mehr. Ziel der Prüfung ist es, kompetente ÄrztInnen von ÄrztInnen zu unterscheiden, die den Anforderungen der selbständigen Berufserfüllung noch nicht gewachsen sind.

Der Wunsch von KandidatInnen ihr detailliertes Prüfungsergebnis kennenzulernen und sich - wenn erforderlich - in die nicht 100% bewältigten Fragen weiter zu vertiefen, spiegelt das hohe Engagement dieser ÄrztInnen wider. Dessen sind sich alle Verantwortlichen bewusst. Es ist aber leider rein praktisch nicht möglich, laufend neue Fragen zu produzieren – das kostet viel Arbeitszeit von Top-ExpertInnen und es ist auch teuer.

Die Verantwortlichen der Österreichischen Ärztekammer haben sich daher nach langer und intensiver Diskussion dazu entschlossen, dass die Einsichtnahme in die Prüfungsunterlagen nur für jene ÄrztInnen offensteht, die die Prüfung nicht bewältigt haben.

Qualitätssicherung und Finanzierung

Qualitätssicherung und Finanzierung

Über den Stand der Qualitätssicherung wird regelmäßig berichtet. Der gesetzliche Auftrag hat keinerlei staatliche Finanzierung beinhaltet; die Finanzierung muss daher von den Betroffenen selbst organisiert werden (siehe aber zum Vergleich auch die Kosten für die ECFMG-Prüfungen). Gewinn entsteht aus den Arztprüfungen (Allgemeinmedizin und rund 45 Sonderfächer) nachweislich keiner; im Gegenteil, es wird immer schwieriger, die angestrebte Kostendeckung zu erreichen und die bis dato entwickelte Qualität beizubehalten.

Prüfungsgebühren

Prüfungsgebühren

Die Österreichische Ärztekammer legt die Prüfungsgebühr fest.  

Im Rahmen der Werbungskosten sind die Prüfungsgebühren und die Fahrtkosten steuerlich absetzbar.

Mehr Details zur Verwendung der Prüfungsgebühr lesen Sie im Infoblatt Gebühren für die ÖÄK Arztprüfungen

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