Fortbildungsnachweis 2016: Alle wichtigen Informationen auf einen Blick

FAHRPLAN Fortbildungsnachweis


Nach der Auswertung am 1.9.2016:
Was sind die nächsten Schritte?

Am 1. September 2016 hat die Österreichische Ärztekammer erstmals bundesweit ausgewertet, welche Ärztinnen und Ärzte die Fortbildungsverpflichtung erfüllt/nicht erfüllt haben. Nachstehend skizzieren wir die nächsten Schritte und beantworten häufig gestellte Fragen.

Wie werden die vom Fortbildungsnachweis 2016 betroffenen Ärztinnen und Ärzte informiert,
ob sie den Nachweis erfüllen?

Jede Ärztin/jeder Arzt, die/der den Fortbildungsnachweis erfüllen muss, erhält im September/Oktober 2016 ein Schreiben von der Österreichischen Akademie der Ärzte. Je nach Auswertungsergebnis kann es sich dabei um ein Bestätigungsschreiben oder um ein Erinnerungsschreiben handeln.

Wie ist vorzugehen, wenn der Fortbildungsnachweis zum Stichtag 1. September 2016 nicht erfüllt wurde?

Im Erinnerungsschreiben der Österreichischen Akademie der Ärzte wird auch eine „Meldefrist“ angeführt. Diese endet am 30. November 2016. Ärztinnen und Ärzte, die den Fortbildungsnachweis nicht erfüllen, können bis dahin die Unterlagen beim Fortbildungsreferat der zuständigen Landesärztekammer oder bei der Österreichischen Akademie der Ärzte vorzugsweise per E-Mail nachreichen. Bitte beachten Sie, dass bei Nichterfüllung des Fortbildungsnachweises zum Stichtag der Fortbildungszeitraum von 1. September 2013 bis 31. August 2016 vorgegeben ist. Nach Ablauf der Meldefrist folgt ein weiteres Schreiben von der Österreichischen Akademie der Ärzte Anfang 2017. Die Nichterbringung des  Fortbildungsnachweises zieht gemäß dem gesetzlichen Auftrag eine Anzeige beim Disziplinaranwalt der Österreichischen Ärztekammer nach sich.

Es liegen Gründe vor, die es nicht ermöglichen, den Fortbildungsnachweis zu erbringen.
Besteht nach dem 1. September 2016 die Möglichkeit einer Sonderregelung?

Die Rechtsgrundlagen zur verpflichtenden Fortbildung aller Ärztinnen und Ärzte [§ 49 Abs. 1 und Abs. 2c ÄrzteG sowie § 28 (1) Verordnung über die ärztliche Fortbildung] ermöglichen weder vor noch nach dem Stichtag 1. September 2016 einen Ermessensspielraum. Am Stichtag wird die Fortbildungssituation aller vom Fortbildungsnachweis betroffenen Ärztinnen und Ärzte evaluiert. Innerhalb der Fristen besteht die Möglichkeit, die Gründe, welche die Erbringung des Fortbildungsnachweises erschweren, gegenüber dem unabhängigen Disziplinaranwalt der Österreichischen Ärztekammer glaubhaft zu machen.

Werden Berufsunterbrechungen beim Fortbildungsnachweis berücksichtigt?

Berufsunterbrechungen von mehr als 6 Monaten und max. 3 Jahren können – bei Vorlage entsprechender Bestätigungen – den Fortbildungszeitraum verlängern. Es besteht die Möglichkeit, die Unterbrechung auf dem Fortbildungskonto abzubilden, um bei Beantragung des DFP-Diploms den erweiterten Fortbildungszeitraum heranzuziehen. Bei Nichtvorliegen des Fortbildungsnachweises zum Stichtag ist automatisch ein Fortbildungszeitraum von 1. September 2013 bis 31. August 2016 vorgegeben, während dessen etwaige Berufsunterbrechungen berücksichtigt werden können.

Wurden alle österreichischen Ärztinnen und Ärzte überprüft?

Nein. Gemäß den rechtlichen Vorgaben sind nur jene Ärztinnen und Ärzte, die bis inklusive 31. August 2013 mit einem Ius Practicandi/Berechtigung zur selbstständigen Berufsausübung als approbierte/r Ärztin/Arzt, Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin oder Fachärztin/Facharzt in die Ärzteliste der Österreichischen Ärztekammer eingetragen waren und am 1. September 2016 eingetragen waren, zum Fortbildungsnachweis verpflichtet. Diese Zielgruppe wurde auch zum Stichtag 1. September 2016 überprüft.

Welche Nachweiskriterien wurden ausgewertet?

Verifiziert wurde, welche Ärztinnen und Ärzte zum Stichtag 1. September 2016 über ein aktuelles DFP-Diplom verfügten oder mindestens 150 DFP-Punkte, davon mindestens 120 medizinische DFP-Punkte, auf ihrem elektronischen Fortbildungskonto gebucht hatten. Für die Auswertung der Fortbildungspunkte wurde der Fortbildungszeitraum 1. September 2013 bis 31. August 2016 herangezogen.


Die Eckdaten zum Fortbildungsnachweis 2016

WAS bedeutet der Fortbildungsnachweis für die einzelne Ärztin / den einzelnen Arzt?

Mit dem Fortbildungsnachweis bestätigt die Ärztin/der Arzt, dass der gesetzlichen Fortbildungspflicht nachgekommen wurde
(siehe § 49 Abs 2c ÄrzteG und § 28 Verordnung über ärztliche Fortbildung).

Die Ärztin/der Arzt ist durch diese Vorschriften verpflichtet, sich im Umfang folgender Kriterien fortzubilden:

  • Sammeln von mindestens 150 DFP-Punkten in den vergangenen 3 Jahren:

    Das bedeutet, dass der Nachweis der Fortbildung entweder durch ein DFP-Diplom oder die Vorlage von Fortbildungsbestätigungen im Umfang von 150 DFP-Punkten, davon mindestens 120 medizinische DFP-Punkte, zu erfolgen hat.

    Gültig sind alle Einträge auf dem meindfp-Fortbildungskonto oder Papierbestätigungen über DFP-Punkte (bzw. internationale CME-Punkte und von deutschen Landesärztekammern anerkannte Fortbildungspunkte der Kategorien A, B, C, D, F, G und H) sowie im Einzelfall zu überprüfende Nachweise anderer Fortbildungen.

Kriterien für das DFP-Diplom (siehe Abbildung):*

  • mindestens 120 medizinische DFP-Punkte, d.h. medizinisch-fachlich approbierte Fortbildungen aus allen Fächern

    UND
  • mindestens 50 DFP-Punkte aus Präsenzfortbildungen (Qualitätszirkel)

* Als zweite Variante können für ein DFP-Diplom 250 DFP-Punkte (mind. 200 medizinische/mind. 85 Veranstaltungspunkte), gesammelt in 5 Jahren, eingebracht werden.

Bei den 150 DFP-Punkten sind folgende Kriterien zu beachten:

  • mindestens 120 medizinische DFP-Punkte, d.h. medizinisch-fachlich approbierte Fortbildungen aus allen Fächern

Wir weisen darauf hin, dass im Rahmen der gesetzlichen Evaluierung von Ordinationen und Gruppenpraxen durch die ÖQMed bereits zum jetzigen Zeitpunkt entweder ein DFP-Diplom oder Fortbildungen im Ausmaß des DFP-Diploms als verbindliches Kriterium abgefragt wird und gegenüber der ÖQMed nachgewiesen werden muss. Im Falle der Nichterfüllung des Fortbildungsnachweises 2016 von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten wird die ÖQMed informiert.  

WER hat die absolvierte Fortbildung nachzuweisen?

Alle Ärztinnen und Ärzte, die bis inklusive 31. August 2013 mit einem Ius Practicandi als approbierte/r Ärztin/Arzt, Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin oder Fachärztin/Facharzt in die Ärzteliste der Österreichischen Ärztekammer eingetragen waren und am 1. September 2016 eingetragen sind, sind zum Fortbildungsnachweis verpflichtet.

WANN ist die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung nachzuweisen?

Erstmals zum Stichtag 1. September 2016 wird überprüft, wer die Erfüllung nachweisen kann. Obwohl die Verpflichtung zur Fortbildung schon seit geraumer Zeit besteht, war dies nicht an eine Nachweispflicht gebunden. Mit Stichtag 1. September 2016 ist die Erfüllung der DFP-Anforderungen gegenüber der Österreichischen Ärztekammer aktiv zu bestätigen.

WIE wird die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung überprüft?

Die Österreichische Ärztekammer prüft 2016 flächendeckend die ärztliche Fortbildungsverpflichtung. Mit Stichtag 1. September 2016 wird verifiziert, welche ÄrztInnen über ein aktuelles DFP-Diplom verfügen oder mindestens 150 DFP-Punkte, davon mindestens 120 medizinische DFP-Punkte, auf ihrem elektronischen Fortbildungskonto gebucht haben.

Werden die genannten Voraussetzungen nicht erfüllt, so wird man von der Österreichischen Ärztekammer innerhalb innerhalb der Meldefrist bis 30.11.2016 sowie einer unverzüglichen Mahnfrist schriftlich zum Nachweis der Fortbildungen aufgefordert. Kommt man auch dieser Forderung nicht nach, so zieht die Nichterfüllung die Meldung an den Disziplinarrat der Österreichischen Ärztekammer nach sich. Dieser entscheidet, ob eine Berufspflichtverletzung vorliegt und leitet gegebenenfalls ein Disziplinarverfahren ein. Das Ausmaß disziplinarrechtlicher Konsequenzen kann vom schriftlichen Verweis bis hin zu einem Berufsverbot reichen. Letzteres wäre beispielsweise denkbar, wenn eine Ärztin/ein Arzt beharrlich die Fortbildungspflicht nicht erfüllt.

Wie können Sie sich optimal auf den Fortbildungsnachweis 2016 vorbereiten?

Zeitgerechte Planung ist die Kür und Dokumentation die Pflicht. Es ist vorteilhaft, die Fortbildungen online oder in Papierform zu dokumentieren. Die gesammelten Fortbildungspunkte empfehlen wir, mit einem DFP-Diplom zu verbriefen, das als glaubhafter Nachweis dient.

Wir laden Sie ein, so noch nicht erfolgt, Ihr Fortbildungskonto auf www.meindfp.at zu eröffnen. Dieses ist bereits für Sie vorbereitet und wird mit den Registrierungsdaten – ÖÄK-Arztnummer und Eröffnungskennung (telefonisch unter 01-512 63 83-33 oder per E-Mail an support@meindfp.at zu erfragen) – aktiviert.

Wirken sich die neuen DFP-Bestimmungen (250 DFP-Punkte in 5 Jahren) und die derzeit geltenden ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN auf den Fortbildungsnachweis mit Stichtag 1. September 2016 aus?

Nein, aus heutiger Sicht für diesen Zyklus der Überprüfung der Fortbildungspflicht (noch) nicht. Mit 1. Juli 2017 ändern sich die Voraussetzungen für die Zuerkennung des DFP-Diploms. Ab diesem Zeitpunkt, der dem Ende der Übergangsbestimmungen
(30. Juni 2017) folgt, müssen 250 DFP-Punkte, gesammelt in den letzten 5 Jahren, für ein DFP-Diplom eingebracht werden.

Die nächste Überprüfung des Fortbildungsnachweises findet aus heutiger Sicht am 1. September 2019 statt.

KONTINUIERLICHE FORTBILDUNG:
Weshalb ist Lifelong Learning insbesondere bei ÄrztInnen wichtig?

In der Medizin erfolgen Entwicklungsschritte und bahnbrechende Erkenntnisse, die Wissensupdates unabdingbar machen. Zudem beschleunigt sich mit der Zunahme des Wissens gleichzeitig die Veraltung von vorhandenem Wissen. Man kann von einer Halbwertzeit des Wissens sprechen, die wie folgt angesetzt wird:

  • Schulwissen: 20 Jahre
  • Wissen aus universitärer Bildung: 10 Jahre
  • Wissen im Bereich der Technologie: 5 Jahre

[Quelle: Prange C. Organisationales Lernen und Wissensmanagement: Fallbeispiele aus der Unternehmenspraxis. Wiesbaden: Verlag Dr. Th. Gabler, 2002.]

1991 wurde in einer Befragung von 289 amerikanischen Internisten untersucht, wie sich deren medizinischer Kenntnisstand mit zunehmendem Abstand von der Facharztprüfung entwickelte. Es zeigte sich eine zunehmende Veraltung des Wissens und ein Defizit an aktuellem Wissen. Diese Tendenz war besonders ausgeprägt in innovationsintensiven Bereichen der Inneren Medizin. Die Untersuchung begründete die These von einer Halbwertzeit medizinischen Wissens in einer Größenordnung von 5 Jahren.

[Quelle: 2. Ramsey PG, Carline JD, Inui TS, Larson EB, LoGerfo JP, Norcini JJ et al. Changes over time in the knowledge base of practicing internists. JAMA. 1991;266:1103-7]

Kurze Innovationszyklen und Technologiesprünge in der Medizin verlangen eine berufsbegleitende Aktualisierung des Wissens und kontinuierliche Erweiterung der fachlichen Kompetenz. Nur auf diesem Weg kann das Vertrauen, das die PatientInnen und die Öffentlichkeit in die medizinische Betreuung setzen, bestätigt werden.


Für weitere Informationen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung:

Österreichische Akademie der Ärzte GmbH
Tel.:      01 512 63 83-33
E-Mail:  support@meindfp.at

Die Akademie der Ärzte ist das Bildungsforum der Öster- reichischen Ärztekammer und Expertenplattform für DFP, Arztprüfungen und ärztliche Fort- und Weiterbildung!

FORTBILDUNGS-
NACHWEIS 2016

Alle Informationen zur gesetzlichen Fortbildungs-
pflicht | Stichtag 1.9.2016  


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