Anpassungen für Fortbildungsanbieter

Erweiterung der DFP-anerkannten Fortbildungsarten

In § 5 Abs. 1 werden Veranstaltungstypen Webinar sowie Intervision ergänzt:

  • Bei Webinaren handelt es sich um Live-Fortbildungen, an der Teilnehmer online in interaktiver Form partizipieren.
  • Unter Intervision versteht man eine kollegiale Beratung in psychosozialen Berufen, bei der beruflich Gleichgestellte gemeinsam nach Lösungen für ein konkretes Problem suchen. Diese Fortbildungsart ist, sofern wie ein Qualitätszirkel* organisiert, zur DFP-Approbation zugelassen.

*Qualitätszirkel sind geschlossene strukturierte Arbeitskreise für Ärzte, die dazu dienen, die medizinische Versorgung der Patienten weiter zu verbessern. Neu ist, dass diese von einem ärztlichen Moderator geleitet werden müssen.

Wer kann ärztliche Fortbildung anbieten?

§ 17 Abs. 1   Als ärztlicher Fortbildungsanbieter anerkannt sind alle akkreditierbaren Anbieter gemäß § 21** sowie weitere allgemein anerkannte wissenschaftliche Gesellschaften, ärztliche Berufsverbände und zugeordnete Fortbildungsakademien, die durch die Österreichische Akademie der Ärzte registriert wurden. Über Ausnahmen entscheidet die Österreichische Akademie der Ärzte, tunlichst nach Rücksprache mit dem Akkreditierungsrat.

Die anerkannten ärztlichen Fortbildungsanbieter werden nun vollständig angeführt und um ärztliche Berufsverbände und zugeordnete Fortbildungsakademien erweitert, die durch die Österreichische Akademie der Ärzte registriert wurden.

** § 21 Abs. 1   Zur Sicherung einer objektivierten und unabhängigen Fortbildungsstruktur können folgende juristische Personen um Akkreditierung ansuchen, sofern diese nach österreichischem Recht gegründet wurden und ihren Sitz in Österreich haben:
a) von der Österreichischen Ärztekammer assoziierte wissenschaftliche Gesellschaften, vertreten durch das vereinsrechtliche Leitungsorgan;
b) von der Österreichischen Ärztekammer assoziierte wissenschaftliche Gesellschaften nach Beschluss des Vorstands der Österreichischen Ärztekammer;
c) medizinische Universitäten, vertreten durch den Rektor, sofern vom Rektorat der medizinischen Universität ein ärztlicher DFP-Verantwortlicher bestellt wurde, sowie Universitäten, an denen eine medizinische Fakultät eingerichtet ist, vertreten durch den Vizerektor/Dekan;
d) Universitätskliniken und klinische Institute sowie abgrenzbare etablierte Organisationseinheiten in Universitätskliniken und klinischen Instituten, vertreten durch den Leiter der Universitätsklinik oder des klinischen Institutes;
e) Abteilungen und Institute von bettenführenden Krankenanstalten, vertreten durch den Vorstand;
f) Rechtsträger einer oder mehrerer bettenführender Krankenanstalten, sofern im Rechtsträger und in der akkreditierten Krankenanstalt ein ärztlicher DFP-Verantwortlicher bestellt ist, vertreten durch den ärztlichen Leiter.
Abs. 2 Ärztekammern in den Bundesländern, die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Akademie der Ärzte sowie die ÖQMed gelten als akkreditierte Veranstalter im Sinne dieser Verordnung.

Wer kann NICHT ärztliche Fortbildung anbieten?

Bereits vor der Novelle nicht als Anbieter von DFP-Fortbildung anerkannt waren Einzelpersonen, Gruppenpraxen oder Krankenanstalten in der Rechtsform selbständiger Ambulatorien sowie Unternehmen, die Medizinprodukte, Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und/oder Lebensmittel herstellen oder vertreiben.

Ergänzt wurde diese Gruppe gemäß § 17 Abs. 3 um Kongressveranstalter (Professional Congress Organizers, PCO) und weitere Serviceprovider. Daher sind auch Fortbildungsaktivitäten, die von den genannten Anbietern organisiert werden, nicht DFP-anerkannt.

Kooperation zwischen Fortbildungsanbieter und Sponsoren

Präzisiert wurden in § 3 die Regeln der Zusammenarbeit zwischen Fortbildungsanbietern und Sponsoren:

  • Abs. 2   Jedes Sponsoring ist im Rahmen des Approbationsantrages über den DFP-Kalender und in Publikationen zur DFP-Fortbildung transparent zu machen.
  • Abs. 3   […] Weiters darf der Sponsor die ausgegebenen Fortbildungsunterlagen nicht inhaltlich gestalten oder beeinflussen. Produktschulungen sind keine DFP-anerkannte Fortbildungsart.
  • Abs. 5   […] Werbung darf nicht so dargestellt werden, als wäre sie der Inhalt der Fortbildung. Der Sponsor muss in Publikationen unmissverständlich als solcher ausgewiesen und darf nicht als Fortbildungsanbieter dargestellt werden.

Serviceprovider

Gemäß § 2 Abs. 15 können Unternehmen, die Medizinprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und/oder Lebensmittel herstellen oder vertreiben, nicht als Serviceprovider auftreten (ergänzend siehe auch 2.3 „Wer kann nicht ärztliche Fortbildung anbieten?“).

Voraussetzungen für die DFP-Approbation

Ergänzt und präzisiert wurde in § 17:

  • Abs. 6   Bei der Nominierung des ärztlichen Leiters ist darauf zu achten, dass ein eindeutiger Kontext zum Fortbildungsanbieter gegeben ist.
  • Abs. 7   Der Fortbildungsanbieter ist zur Aufforderung der Bekanntgabe von potentiellen Interessenskonflikten verpflichtet.

Kein Anspruch auf rückwirkende DFP-Approbation

§ 15 Abs. 7   Der Approbationsantrag muss zeitgerecht vor dem Stattfinden der Fortbildung eingereicht werden. Wird der Antrag nach Stattfinden der Fortbildung gestellt, besteht kein Anspruch auf eine rückwirkende DFP-Approbation.

Bei abgelehnten Anträgen zur DFP-Approbation:
Begründung durch den DFP-Approbator

§ 16 Abs. 3   DFP-Approbatoren haben die Approbationsanträge für überregionale Fortbildungen nach den Vorgaben dieser Verordnung zu prüfen und dementsprechend zu befürworten oder abzulehnen. Bei Ablehnungen ist eine Begründung mit Verweis auf den Mangel abzugeben. Im Bereich der regionalen Veranstaltungen kommt die Funktion des DFP-Approbators der zuständigen Landesärztekammer zu.

Elektronische Buchung von DFP-Punkten

Für die bestehende Pflicht zur elektronischen Punktebuchung wurde in § 18 Abs. 10 mit einer Buchungsfrist von acht Wochen festgelegt:

„Jeder Fortbildungsanbieter oder ein von ihm beauftragter Dritter hat den Teilnehmern elektronisch die absolvierten DFP-Punkte binnen acht Wochen mittels von der Österreichischen Ärztekammer zur Verfügung gestellter EDV-Systeme auf die Fortbildungskonten zu buchen. Die Verantwortung für die Buchung trägt der Fortbildungsanbieter.“

Weiters wurde präzisiert, dass bei Präsenzfortbildungen die absolvierten DFP-Punkte der tatsächlichen Anwesenheitszeit des Arztes entsprechen.

Ablehnung und Entzug der DFP-Approbation

Die Verletzung bzw. Nichteinhaltung der DFP-Pflichten kann verschiedene Konsequenzen nach sich ziehen, die wie folgt in § 19 klargestellt wurden:

  • Abs. 3   Anbieter DFP-approbierter Fortbildungen haben die Pflichten gemäß § 18 zu erfüllen. Stellt sich heraus, dass der Fortbildungsanbieter diese Pflichten nicht erfüllt, so kann ihm die DFP-Approbation für die Fortbildung entzogen und/oder die DFP-Approbation weiterer Fortbildungen verweigert werden ‒ so lange, bis er glaubhaft nachweist, dass er den offenen Verpflichtungen nachgekommen ist.
  • Abs. 4   Hinweise des Veranstalters, die den Anschein erwecken, dass eine (noch) nicht approbierte Fortbildung DFP-Punkte erhält, können zur Ablehnung des Approbationsantrages führen.
  • Abs. 5   Stellt sich vor oder nach Stattfinden der Fortbildung heraus, dass der DFP-Approbation zugrundeliegende formale und/oder inhaltliche Voraussetzungen und Pflichten nicht eingehalten wurden, kann die Approbation rückwirkend wieder entzogen bzw. die DFP-Approbation weiterer Fortbildungen verweigert werden.
  • Abs. 6   Stellt sich heraus, dass die Offenlegung von potentiellen Interessenskonflikten gegenüber den teilnehmenden Ärzten nicht erfolgt ist und auch nicht nachgeholt wurde, kann dies eine Aberkennung der DFP-Approbation zur Folge haben.
  • Abs. 7   Die Aberkennung der DFP-Approbation bedeutet grundsätzlich, dass die DFP-Punkte für den Arzt nicht wirksam sind. Hierüber entscheidet die Österreichische Akademie die Ärzte.

Akkreditierte Fortbildungsanbieter - Approbation von in Österreich angebotenen Fortbildungen (nicht mehr im Ausland)

Gemäß § 23 Abs. 1 müssen akkreditierte Fortbildungsanbieter in Österreich angebotene Fortbildungen (nicht mehr für im Ausland angebotene Fortbildungen!) selbst approbieren.
Diese Vorgabe wird von § 15 Abs. 2 abgeleitet: Die Österreichische Ärztekammer ist ausschließlich für das Approbationsverfahren von Fortbildungen, die in Österreich stattfinden, zuständig. Das Herkunftsland des Fortbildungsanbieters ist nicht relevant.

Übergangsbestimmung § 34 Abs. 2
Akkreditierte Fortbildungsanbieter – ausgenommen jene im Sinne des § 21 Abs. 2 – können bis einschließlich 31. Dezember 2018 im Ausland stattfindende Fortbildungen selbst approbieren. Akkreditierte Fortbildungsanbieter im Sinne des § 21 Abs. 2 können bis einschließlich 31. Dezember 2028 im Ausland stattfindende Fortbildungen selbst approbieren.

 

Informationen zum Download

Die Akademie der Ärzte ist das Bildungsforum der Öster- reichischen Ärztekammer und Expertenplattform für DFP, Arztprüfungen und ärztliche Fort- und Weiterbildung!

Fortbildungsnachweis am 1.9.2019 - Eckdaten

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Bericht 2019

Ärztliche Fort- und
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