Anerkennung Weiterbildungslehrgänge Notarzt/Leitender Notarzt


Umfang und Inhalt

Weiterbildungslehrgang Notarzt

Im Rahmen der Qualifikation zum Notarzt/zur Notärztin ist ein von der Österreichischen Ärztekammer anerkannter notärztlicher Lehrgang mit theoretischen und praktischen Inhalten für die Tätigkeit im Rahmen organisierter Notarztdienste zu absolvieren.

Es sind zumindest 80 Lehreinheiten zu je mindestens 45 Minuten zu absolvieren, die theoretische Inhalte im Ausmaß von zumindest 50 Einheiten und praktische Inhalte im Ausmaß von zumindest 20 Einheiten zu beinhalten haben. Der Lehrgangsanbieter kann am Ende des Lehrgangs eine Prüfung durchführen, welche theoretische und praktische Teile zu beinhalten hat. Über die erfolgreiche Absolvierung des Lehrgangs hat der Lehrgangsanbieter der/dem in notärztlicher Qualifikation stehenden Ärztin/Arzt eine Bestätigung auszustellen. 

Hinweis: Nach Absolvierung des Weiterbildungslehrgangs "Notarzt" hat jeder Teilnehmer gemäß § 13 NA-V jedenfalls eine notärztliche theoretische und praktische Abschlussprüfung, welche von der Österreichischen Akademie der Ärzte durchgeführt wird, positiv zu absolvieren.

Übergangsbestimmung gemäß § 9 Abs. 3 NA-V

Weiterbildungslehrgänge mit einem Umfang von 60 Stunden (Notarztsystem alt), die mit einer Lehrgangsprüfung abschließen, werden nicht im ÖÄK-Vorstand anerkannt. Diese können in der Übergangsfrist bis 30.06.2022 weiterhin abgehalten werden, da nach dem alten System bis zu diesem Zeitpunkt die Notarztberechtigung erlangt werden kann. Die DFP-Approbation erfolgt je nach Einzugsgebiet: regional (durch die Landesärztekammer) oder überregional (durch den Fachapprobator Notfallmedizin). 

Weiterbildungslehrgang Leitender Notarzt

NotärztInnen, die beabsichtigen, eine leitende notärztliche Tätigkeit im Rahmen organisierter Notarztdienste auszuüben, sowie ärztliche LeiterInnen von Rettungsdiensten haben einen vom Vorstand der ÖÄK anerkannten Weiterbildungslehrgang mit theoretischen und praktischen Inhalten zu absolvieren. Insbesondere ist bei den Inhalten auf Großeinsatzfälle Bedacht zu nehmen.

Im Rahmen des Weiterbildungslehrgangs "Leitender Notarzt" sind zumindest 60 Lehreinheiten zu je mindestens 45 Minuten zu absolvieren, die theoretische Inhalte im Ausmaß von 40 Einheiten und praktische Inhalte im Ausmaß von 20 Einheiten zu beinhalten haben. Voraussetzung für die Teilnahme am Weiterbildungslehrgang "Leitender Notarzt" ist eine zumindest dreijährige Tätigkeit als Notarzt/Notärztin im Rahmen eines organisierten Notarztdienstes oder eine zumindest gleich lange Ausübung einer notärztlichen Tätigkeit im Rahmen einer Krankenanstalt, es muss weiters eine gültige Berechtigung als NotärztIn vorliegen.

Am Ende des Weiterbildungslehrgangs ist eine theoretisch-praktische Prüfung anhand von Fallbeispielen im Sinne der Inhalte des Lehrgangs zu absolvieren. Die organisatorische Durchführung der Prüfung sowie die Ausstellung des Prüfungszertifikats nach erfolgreicher Absolvierung obliegt dem Anbieter des Weiterbildungslehrgangs.

 

1. Schritt: Anerkennung des Lehrgangs Notarzt/Leitender Notarzt durch ÖÄK-Vorstand

Die Anerkennung von notärztlichen Lehrgängen erfolgt gemäß NA-V nach entsprechendem Antrag durch den Lehrgangsanbieter aufgrund einer vorangehenden inhaltlichen Prüfung der Lehrinhalte gemäß den Anlagen zur NA-V durch die Mitglieder des Notarztausschusses mittels Bescheid durch den Vorstand der Österreichischen Ärztekammer

Die Anerkennung der notärztlichen Lehrgänge erfolgt, wenn sichergestellt wird, dass 

  • die Inhalte des in der NA-V vorgegebenen Curriculums am aktuellen Stand der Wissenschaft vollständig durch ein entsprechendes Konzept vermittelt werden,
  • im Antrag der genaue Ablauf des Lehrgangs (wie insbesondere die/der ärztliche Hauptverantwortliche, die genaue zeitliche Aufteilung der Inhalte, die Vortragenden sowie allfällige Sponsoren) angegeben wird,
  • der Weiterbildungslehrgang über eine Ärztin/einen Arzt verfügt, die/der die Hauptverantwortung für den Inhalt und die Organisation übernimmt (ärztliche Hauptverantwortliche),
  • die theoretischen und praktischen Inhalte des Lehrgangs von entsprechend fachlich qualifizierten Personen vermittelt werden, wobei bei der Auswahl dieser Personen insbesondere auf die Ausbildung, die Berufserfahrung und die notärztliche Qualifikation Bedacht zu nehmen ist,
  • die maximale Teilnehmeranzahl an die zu vermittelnden Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten angepasst ist,
  • der Lehrgangs-Anbieter dafür sorgt, dass Interessenkonflikte der/des ärztlichen Hauptverantwortlichen sowie der Vortragenden offen gelegt werden,
  • bei jedem Lehrgang den Teilnehmerinnen/Teilnehmern Skripten oder Handouts in Papier- und/oder elektronischer Form zur Verfügung gestellt werden,
  • jeder Lehrgang vom Lehrgangsanbieter oder einem von ihm beauftragten Dritten nach der Anerkennung in den DFP-Kalender der Österreichischen Akademie der Ärzte eingetragen wird,
  • der Lehrgangsanbieter Teilnehmerlisten führt und nach jedem Lehrgang vom Lehrgangsanbieter elektronisch sowie bei Bedarf zusätzlich Teilnahmebestätigungen in Papierform ausstellt, wobei diese zumindest die Bezeichnung des Lehrgangs-Anbieters, den Namen der Teilnehmerin/ des Teilnehmers und deren/dessen zumindest achtzigprozentige Anwesenheit, den Termin, den Ort und die ID aus dem DFP-Kalender zu enthalten haben,
  • der Lehrgangs-Anbieter der Österreichischen Ärztekammer binnen maximal vier Wochen nach Abschluss des Lehrgangs die Liste der Teilnehmer sowie einen Vermerk über deren erfolgreiche Absolvierung des Lehrgangs übermittelt sowie
  • den Teilnehmerinnen/ Teilnehmern Feedbackbögen zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Details zur Notärztinnen/Notärzteverordnung NA-V finden Sie hier.

Für die  Anerkennung eines Lehrgangs Notarzt/Leitender Notarzt wenden Sie sich bitte direkt an Frau Helga Gruber bei der Österreichischen Ärztekammer per E-mail an h.gruber@aerztekammer.at.

 
2. Schritt: DFP-Approbation - Eingabe in den DFP-Kalender

Nach Erhalt des Bescheids von der ÖÄK erfolgt die Eingabe des Approbationsansuchens in den DFP-Kalender, im Rahmen dessen eine weitere inhaltliche Prüfung durch den zuständigen DFP-Approbator erfolgt.

Allgemeine Informationen zur Approbation von Fortbildungsveranstaltungen finden Sie hier.
Die Verordnung über ärztliche Fortbildung regelt sämtliche Prozesse rund um ärztliche Fort- und Weiterbildung. 

WICHTIG:

Die Approbation bei notärztlichen Lehrgängen hat jedenfalls überregional zu erfolgen.
Bei der Eingabe des Approbationsansuchens in den DFP-Kalender ist der ÖÄK-Bescheid zur Anerkennung des Lehrgangs mit hochzuladen.

Nach positiver Begutachtung des Lehrgangs Notarzt/Leitender Notarzt durch den DFP-Approbator sind alle Inhalte der Veranstaltung online im DFP-Kalender öffentlich sichtbar.

 

Die Akademie der Ärzte ist das Bildungsforum der Öster- reichischen Ärztekammer und Expertenplattform für DFP, Arztprüfungen und ärztliche Fort- und Weiterbildung!

Advertorial:

Bericht 2020

Ärztliche Fort- und
Weiterbildung in Österreich

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