Fortbildungsnachweis 1.9.2019: Alle wichtigen Informationen auf einen Blick

 

Die Eckdaten zum Fortbildungsnachweis 2019

WAS bedeutet der Fortbildungsnachweis für die einzelne Ärztin / den einzelnen Arzt?

Mit dem Fortbildungsnachweis bestätigt die Ärztin/der Arzt, dass der gesetzlichen Fortbildungspflicht nachgekommen wurde (siehe § 49 Abs 2c ÄrzteG und § 14a Verordnung über ärztliche Fortbildung).

Die Ärztin/der Arzt ist durch diese Vorgaben verpflichtet, sich im nachstehend angeführten Umfang fortzubilden:

  • Sammeln von mindestens 150 DFP-Punkten in den vergangenen drei Jahren vor dem Stichtag 1.9.2019:

    Das bedeutet, dass der Nachweis der Fortbildung entweder durch ein zum Stichtag gültiges DFP-Diplom oder die Vorlage von Fortbildungsbestätigungen im Umfang von 150 DFP-Punkten, davon mindestens 120 medizinische DFP-Punkte und mindestens 50 DFP-Punkte aus Veranstaltungen (inkl. Qualitätszirkel) zu erfolgen hat.

    Gültig sind alle Einträge auf dem meindfp-Fortbildungskonto (nachgewiesen durch eine Teilnahmebestätigung) oder Papierbestätigungen über DFP-Punkte (bzw. internationale CME-Punkte und von deutschen Landesärztekammern anerkannte Fortbildungspunkte der Kategorien A, B, C, D, F, G und H) sowie im Einzelfall zu überprüfende Nachweise anderer Fortbildungen.

Wichtig: Bei Nichterfüllung des Fortbildungsnachweises zum 1.9.2019 wird für die weitere Überprüfung der Fortbildungszeitraum von 1.9.2016 bis 31.8.2019 herangezogen (z.B. für nachträgliche Nachweise, Berufsunterbrechungen).

Kriterien für das DFP-Diplom seit 1.7.2017 (siehe auch Abbildung):

  • mindestens 250 DFP-Punkte
    davon
  • mindestens 200 medizinische DFP-Punkte, d.h. medizinisch-fachlich approbierte Fortbildungen aus allen Fächern
    UND
  • mindestens 85 DFP-Punkte aus Präsenzfortbildungen (inkl. Qualitätszirkel)


Wir weisen darauf hin, dass im Rahmen der gesetzlichen Evaluierung von Ordinationen und Gruppenpraxen durch die ÖQMed bereits zum jetzigen Zeitpunkt entweder ein DFP-Diplom oder Fortbildungen im Ausmaß des DFP-Diploms als verbindliches Kriterium abgefragt wird und gegenüber der ÖQMed nachgewiesen werden muss. Im Falle der Nichterfüllung des Fortbildungsnachweises 2019 von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten wird die ÖQMed informiert.

WER hat die absolvierte Fortbildung nachzuweisen?

Alle Ärztinnen und Ärzte, die bis inklusive 31.8.2016 mit einer Berechtigung zur selbständigen Berufsausübung als approbierte/r Ärztin/Arzt, Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin oder Fachärztin/Facharzt in die Ärzteliste der Österreichischen Ärztekammer eingetragen waren und am 1.9.2019 eingetragen sind, sind zum Fortbildungsnachweis verpflichtet.

WANN ist die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung nachzuweisen?

Erstmals zum Stichtag 1.9.2016 wurde überprüft, wer die Erfüllung nachweisen kann. Obwohl die Verpflichtung zur Fortbildung schon seit geraumer Zeit besteht, war dies nicht an eine Nachweispflicht gebunden. Mit Stichtag 1.9.2016 war die Erfüllung der DFP-Anforderungen gegenüber der Österreichischen Ärztekammer aktiv zu bestätigen.

In der Folge müssen die zum jeweiligen Stichtag nachweispflichtigen Ärztinnen und Ärzte alle drei Jahre ihre absolvierte Fortbildung gegenüber der Österreichischen Ärztekammer glaubhaft machen. Der nächste Überprüfungsstichtag ist daher der 1.9.2019.

WIE wird die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung überprüft?

Die Österreichische Ärztekammer prüft 2019 erneut flächendeckend die ärztliche Fortbildungsverpflichtung. Mit Stichtag 1.9.2019 wird verifiziert, welche ÄrztInnen über ein aktuelles DFP-Diplom verfügen oder mindestens 150 DFP-Punkte, davon mindestens 120 medizinische DFP-Punkte und 50 DFP-Punkte aus Veranstaltungen, auf ihrem elektronischen Fortbildungskonto gebucht und durch Teilnahmebestätigungen nachgewiesen haben.

Werden die genannten Voraussetzungen nicht erfüllt, so wird man von der Österreichischen Ärztekammer innerhalb der Meldefrist bis 30.11.2019 schriftlich zum Nachweis der Fortbildungen aufgefordert. Kommt man auch dieser Forderung nicht nach, so zieht die Nichterfüllung die Meldung an den Disziplinaranwalt der Österreichischen Ärztekammer nach sich. Dieser entscheidet, ob eine Berufspflichtverletzung vorliegt und leitet gegebenenfalls ein Disziplinarverfahren ein. Das Ausmaß disziplinarrechtlicher Konsequenzen kann vom schriftlichen Verweis bis hin zu einem Berufsverbot reichen. Letzteres wäre beispielsweise denkbar, wenn eine Ärztin/ein Arzt beharrlich die Fortbildungspflicht nicht erfüllt.

Wie können Sie sich optimal auf den Fortbildungsnachweis 2019 vorbereiten?

Zeitgerechte Planung ist die Kür und Dokumentation die Pflicht. Es ist vorteilhaft, die Fortbildungen online oder in Papierform zu dokumentieren. Die gesammelten Fortbildungspunkte empfehlen wir, mit einem DFP-Diplom zu verbriefen, das als glaubhafter Nachweis dient.

Wir laden Sie ein, so noch nicht erfolgt, Ihr Fortbildungskonto auf www.meindfp.at zu eröffnen. Dieses ist bereits für Sie vorbereitet und wird mit den Registrierungsdaten – ÖÄK-Arztnummer und Eröffnungskennung (telefonisch unter 01-512 63 83-33 oder per E-Mail an support@meindfp.at zu erfragen) – aktiviert.

Ablauf Fortbildungsnachweis 2019


Nachstehend skizzieren wir Schritte für die Auswertung 2019 und beantworten häufig gestellte Fragen.

Wie werden die vom Fortbildungsnachweis 2019 betroffenen Ärztinnen und Ärzte informiert, ob sie den Nachweis erfüllen?

Jede Ärztin/jeder Arzt, die/der den Fortbildungsnachweis erfüllen muss, erhält im September/Oktober 2019 ein Schreiben von der Österreichischen Akademie der Ärzte. Je nach Auswertungsergebnis kann es sich dabei um ein Bestätigungsschreiben oder um ein Erinnerungsschreiben handeln.

Wie ist vorzugehen, wenn der Fortbildungsnachweis zum Stichtag 1.9.2019 nicht erfüllt wurde?

Im Erinnerungsschreiben der Österreichischen Akademie der Ärzte wird auch eine „Meldefrist“ angeführt. Diese endet am 30.11.2019. Ärztinnen und Ärzte, die den Fortbildungsnachweis nicht erfüllen, können bis dahin die Unterlagen beim Fortbildungsreferat der zuständigen Landesärztekammer oder bei der Österreichischen Akademie der Ärzte vorzugsweise per E-Mail nachreichen.

Bei Nichterfüllung des Fortbildungsnachweises zum Stichtag ist der Fortbildungszeitraum von 1.9.2016 bis 31.8.2019 vorgegeben. Die Nichterbringung des  Fortbildungsnachweises zieht gemäß dem gesetzlichen Auftrag eine Meldung beim Disziplinaranwalt der Österreichischen Ärztekammer nach sich.

Es liegen Gründe vor, die es nicht ermöglichen, den Fortbildungsnachweis zu erbringen.
Besteht nach dem 1.9.2019 die Möglichkeit einer Sonderregelung?

Die Rechtsgrundlagen zur verpflichtenden Fortbildung aller Ärztinnen und Ärzte [§ 49 Abs. 1 und Abs. 2c ÄrzteG sowie § 14a Verordnung über die ärztliche Fortbildung] ermöglichen weder vor noch nach dem Stichtag 1.9.2019 einen Ermessensspielraum. Am Stichtag wird die Fortbildungssituation aller vom Fortbildungsnachweis betroffenen Ärztinnen und Ärzte evaluiert. Es besteht die Möglichkeit, die Gründe, welche die Erbringung des Fortbildungsnachweises erschweren, gegenüber dem unabhängigen Disziplinaranwalt der Österreichischen Ärztekammer glaubhaft zu machen.

Werden Berufsunterbrechungen beim Fortbildungsnachweis berücksichtigt?

Berufsunterbrechungen von mindestens sechs Monaten durchgehender Dauer können – bei Vorlage entsprechender Bestätigungen – den Fortbildungszeitraum verlängern. Es besteht die Möglichkeit, die Unterbrechung auf dem Fortbildungskonto abzubilden, um bei Beantragung des DFP-Diploms den erweiterten Fortbildungszeitraum heranzuziehen. Bei Nichtvorliegen des Fortbildungsnachweises zum Stichtag ist automatisch ein Fortbildungszeitraum von 1.9.2016 bis 31.8.2019 vorgegeben, während dessen etwaige Berufsunterbrechungen berücksichtigt werden können, sofern die durchgehende Mindestdauer von sechs Monaten erfüllt ist und ein entsprechender Nachweis vorliegt.

KONTINUIERLICHE FORTBILDUNG:
Weshalb ist Lifelong Learning insbesondere bei ÄrztInnen wichtig?

In der Medizin erfolgen Entwicklungsschritte und bahnbrechende Erkenntnisse, die Wissensupdates unabdingbar machen. Zudem beschleunigt sich mit der Zunahme des Wissens gleichzeitig die Veraltung von vorhandenem Wissen. Man kann von einer Halbwertzeit des Wissens sprechen, die wie folgt angesetzt wird:

  • Schulwissen: 20 Jahre
  • Wissen aus universitärer Bildung: 10 Jahre
  • Wissen im Bereich der Technologie: 5 Jahre

[Quelle: Prange C. Organisationales Lernen und Wissensmanagement: Fallbeispiele aus der Unternehmenspraxis. Wiesbaden: Verlag Dr. Th. Gabler, 2002.]

1991 wurde in einer Befragung von 289 amerikanischen Internisten untersucht, wie sich deren medizinischer Kenntnisstand mit zunehmendem Abstand von der Facharztprüfung entwickelte. Es zeigte sich eine zunehmende Veraltung des Wissens und ein Defizit an aktuellem Wissen. Diese Tendenz war besonders ausgeprägt in innovationsintensiven Bereichen der Inneren Medizin. Die Untersuchung begründete die These von einer Halbwertzeit medizinischen Wissens in einer Größenordnung von 5 Jahren.

[Quelle: 2. Ramsey PG, Carline JD, Inui TS, Larson EB, LoGerfo JP, Norcini JJ et al. Changes over time in the knowledge base of practicing internists. JAMA. 1991;266:1103-7]

Kurze Innovationszyklen und Technologiesprünge in der Medizin verlangen eine berufsbegleitende Aktualisierung des Wissens und kontinuierliche Erweiterung der fachlichen Kompetenz. Nur auf diesem Weg kann das Vertrauen, das die PatientInnen und die Öffentlichkeit in die medizinische Betreuung setzen, bestätigt werden.


Für weitere Informationen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung:

Österreichische Akademie der Ärzte GmbH
Tel.:      01 512 63 83-33
E-Mail:  support@meindfp.at

Die Akademie der Ärzte ist das Bildungsforum der Öster- reichischen Ärztekammer und Expertenplattform für DFP, Arztprüfungen und ärztliche Fort- und Weiterbildung!

Bericht 2017

Ärztliche Fort- und
Weiterbildung in Österreich

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